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Die Sozialisation der Welpen erfolgt nicht allein durch den Kontakt mit der Mutter:
Junghündin Daisy (14 Monaten) übernimmt das Babysitting bei ihren 7 Wochen alten Halbgeschwistern, hier Frodo Bram, Juli 2011.

Sozialisation der Welpen

Grundvoraussetzung für diese Form von Sozialisation: Gut sozialisierte, freundliche, erwachsene Hunde, deren Verhalten einschätzbar ist.

Alle unsere Hunde leben bei uns im Haus als Familienmitglieder. Folglich kennen sie den Begriff „Zwinger/ Kennel“ nur dem Namen nach. Sie nehmen am täglichen Familienleben intensiv teil, sind aber auch gewohnt mal einige Stunden alleine zu bleiben, z.B. wenn Einkäufe notwendig sind. In dieser Zeit steht ihnen der gesamte Wohnbereich zur Verfügung und bislang haben sie sich in dieser Zeit immer brav verhalten, weil sie in der übrigen Zeit hinreichend Zuwendung erhalten. Der große Garten, Spaziergänge, tägliche Pflege und gemeinsames Spiel mit Mensch und Hund tragen nachhaltig dazu bei.

Die Welpen werden bei uns im Haus geboren und leben in den ersten 3 Wochen im Gästezimmer im Welpenkennel. Besuche sind in dieser Zeit nur unter sorgfältiger Auswahl zugelassen. Grundsätzlich fassen nur Familienmitglieder die Welpen in dieser Phase an. Familienfremde dürfen eventuell auch mal einen Blick auf die Welpen werfen, die Mütter stört das garnicht, die wissen das Besuche kommen und gehen und ihren Babys nichts passiert. Dieses Vertrauen ist bei meinen Hündinnen sehr ausgeprägt. Anschließend ziehen die Welpen mit der Mutterhündin in den Wohnbereich im Erdgeschoss um und wachsen täglich mehr in den Familienbetrieb eines normalen Haushaltes hinein. Ab diesem Zeitpunkt haben die Welpen konstanten Zugang zu den Räumen im Erdgeschoss und unserem großen Garten. Diesen nutzen die  Babys jedoch erst ab der 5./6. Woche, was ihrer Entwicklung entspricht. Der Kontakt zu den übrigen Hunden entwickelt sich nun täglich mehr, was auch die ersten Besuche von den "Tanten" im Welpenkennel miteinschließt, ohne Einwände der jeweiligen Mutterhündin. Sie haben Kontakt zu allen Familienmitgliedern, sind an Kinder gewöhnt, was die Menschenprägung entschieden fördert. Sie wachsen im gleichen Umfeld wie die erwachsenen Hunde auf, schlafen allerdings in ihrem Welpenkennel im Wohnbereich. Von großem Vorteil für unsere Hunde in allen Altersstufen ist bei uns das Leben im Familienverband, d.h. unsere Welpen haben konstanten Kontakt zur eigenen Mutter, aber auch zur Großmutter/ Großvater und unseren beiden Junghündinnen (Halbschwester bzw. Nichte).

Unsere beiden Junghündinnen beteiligen sich rege an der Welpenpflege, unterstützen die Mütter aktiv darin, indem sie mit den Puppies spielen, toben, diese putzen oder einfach nur kuscheln. So lernen unsere Kleinen schon früh Umgangsformen kennen, lernen wann wird gespielt und wann signalisiert der ältere Hund, dass er nicht mehr spielen mag. Sie lernen auch zu unterscheiden, welcher Hund ausgiebig mit ihnen tobt und welcher da weniger dran interessiert ist. Auch das Futterverhalten wird durch diese Lebensbedingungen positiv beeinflusst. Wo sich viele den Tisch teilen, gibt es Regeln zu beachten. Jeder wird satt, niemand muss um sein Futter streiten, das ist sicher, doch muss ein junger Hund lernen, was als Tischsitte akzeptabel ist und was nicht. Mancher ältere Hund lässt auch mal einen kleinen Topfgucker zu, doch schätzt das nicht jeder im gleichen Maß und weist den kleinen Futterdieb (moderat) in seine Schranken.

Insbesondere der Kontakt mit den Junghündinnen erleichtert zudem das Absetzen der Welpen. Irgendwann geht die Milchproduktion der Mutter zurück, kommen die ersten Zähnchen und das erste Welpenfutter wird bereitgestellt. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, wo Mama sich bei aller Fürsorge zurückzieht. Hier springen die „Tanten“ ein, beschäftigen sich mit den Welpen, wobei da ganz klar ist, spielen, toben und kuscheln ist wunderbar, gegessen wird hier aber nicht!

Zudem legen wir großen Wert darauf, dass unsere Welpen durch Besuche aus dem Freundeskreis auch andere Hunde kennen lernen, so sind ihnen z.B. hausfremde Cockerspaniels, Labradorretriver, Schäferhund und Jack Russel Terrier vertraut. Natürlich sind diese vierbeinigen Gäste geimpft, entwurmt und flohfrei, wenn sie uns besuchen. Besucher sind willkommen, wenn ihnen bewusst ist, dass die Welpen erst in der 7. Lebenswoche ihre erste Impfung erhalten und kein Hund mit Durchfall oder Schnupfen zu Besuch kommen darf.

 

Vorteil: Unsere Welpen lernen in ihren ersten 10 Wochen bei uns ein angemessenes Sozialverhalten, was ihnen den Wechsel zu ihren neuen Familien und deren Umfeld bislang immer erleichtert hat. Nicht jeder Nachbarshund, und sei er noch so gutmütig, mag es wenn ihn kleine Milchzähne in Bauch, Genitalien oder Schwanz zwicken, nur weil das neue Puppy bei den Nachbarn grenzenlose Geduld und Nachsicht in allen Lebenslagen gewohnt ist. Das kann zu bösen Überraschungen für alle Beteiligte führen, denn Zwingerschutz, hat der kleine Hund nur im heimischen Zwinger! So bald er diesen verlässt, und er Kontakt zu neuen, fremden Hunden aufnimmt, gibt es diesen Schutz nicht mehr. Da kann man nur noch auf ein gutes stabiles Sozialverhalten bei den älteren Hunden hoffen und darauf, dass der kleine Hund zuhause bei Mutti schon einwenig Benehmen gelernt hat.

Nachteil, wenn man das denn so sehen mag: Im heimischen Zwinger entsteht so ein deutlich höherer Putzaufwand, es muss mehr auf- und weggeräumt werden und man ist schon deutlich intensiver mit den Hunden beschäftigt, als  bei anderen Haltungsbedingungen, doch uns ist es diesen Mehraufwand bislang immer wert gewesen. :-)

 

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Albion´s Cockerspaniel